Post-Flyer sorgt für Stirnrunzeln

Ein Flyer zum Flyer-Service der Post sorgt bei den Mitgliedern für Stirnrunzeln. Das Angebot wird derzeit mit einem Rabatt von 20% beworben. Diverse Mitglieder finden: ein Staatsbetrieb, der die Druckbranche attackiert ist ein absolutes no-go. viscom/print+communication haben bei der Post ihre Bedenken angemeldet

Oliver Egger, Geschäftsführer, Medien- und Werbemarkt bei der Post hat die Position des Unternehmens dargelegt: «Es geht uns (mit dem Flyerservice) darum, den Wert und die Wirksamkeit der gedruckten Werbung, von dir wir alle überzeugt sind, in einer zunehmend digitalen Werbelandschaft zu verteidigen. Das erreichen wir insbesondere dann, wenn wir uns diesen Entwicklungen nicht verschliessen, sondern innovative Ansätze zur Partizipation entwickeln. Gerade von KMU erreicht uns immer wieder die Aussage, der Einsatz von gedruckter Werbung sei kompliziert und ineffizient. Der Flyerservice dient dazu, diese Hürden abzubauen und die KMU zu bewegen, ihren Werbefranken nicht ausschliesslich in die bekannten digitalen Plattformen zu investieren, sondern insbesondere in physische Werbung, die zudem in der Schweiz gedruckt wird. Das KMU übergibt uns eine PDF-Datei – um alles Weitere muss sich die Firma nicht mehr kümmern. Das Angebot steckt in den Kinderschuhen und wir machen bislang keinen nennenswerten Umsatz damit.»

Wie Oliver Egger ergänzt, würde der Druck dieser Flyer bei einem Partnerunternehmen der Post erfolgen. Es sei vorstellbar künftig weitere Partnerdruckereien ins Boot zu holen, doch derzeit sei das Druckvolumen des Flyerservice noch zu klein. Und er erklärt, dass die Post bereits heute einen Pool von rund zehn Druckereien in der Schweiz aufgebaut habe, welche die Kundenaufträge der Post abarbeiten.

viscom-Direktor Thomas Gsponer zur Angelegenheit: «viscom ist bereits seit längerer Zeit in direkten Gesprächen mit der Post involviert. Die Post selber sieht in ihrem Flyerservice einen Dienst, der nicht dazu dienen soll, der grafischen Branche der Schweiz Aufträge wegzunehmen, sondern im Gegenteil Druckvolumen zu generieren. Wir können die Argumentation der Post nachvollziehen, aber sehen auch die berechtigten Bedenken unserer Mitglieder. Das Kernproblem dabei ist immer das Gleiche: was gehört zum Kerngeschäft der Post? Ist das Generieren von Druckvolumen überhaupt Aufgabe der Post? viscom setzt sich mit der Parlamentariergruppe Print schon lange dafür ein, dass diese offenen Fragen endlich beantwortet werden. Doch so lange die Parlamentsmehrheit nicht bereit ist, das strategisch-operative Verhalten der Post zu hinterfragen, werden wir immer wieder solche Reibungspunkte erleben».

Der Flyer als PDF