Revision Polygraf/-in EFZ

Angeregt wird in der Branche über die Weiterentwicklung des Polygrafen diskutiert. Hier akzentuiert sich die breit aufgestellte Branche mit ganz unterschiedlichen Anforderungen an zukünftige Fachleute.

Ein Blick in die Lehrvertragsdatenbank offenbart zudem, dass nur noch rund die Hälfte aller Polygrafinnen und Polygrafen aus klassische Printunternehmen stammen. Dazu gesellen sich Banken, Versicherungen, Agenturen, Verwaltungen und weitere, fremde Branchen.

Während rund vier Monaten lief eine breit angelegte Branchenumfrage. Rund 25% aller Ausbildungsbetriebe haben daran teilgenommen. Neben Fragen zur Zufriedenheit mit der aktuellen Ausbildung wurden auch nach möglichen Zukunftsszenarien gefragt. Parallel dazu fanden diverse Betriebsbesuche statt. Hier lag der Fokus auf betriebspraktischen Beobachtungen des Polygrafen im Arbeitsalltag. Diese beiden ersten Schritte auf dem Weg zu einem neuen Berufsbild zeichnen ein klares Bild der Weiterentwicklung. Festhalten kann man, dass viele Inhalte stimmen, wobei man über die jeweilige Tiefe diskutieren muss. Das vollschulische erste Ausbildungsjahr wird von der Branche mit Ausnahme der Zentralschweiz kritisch hinterfragt. Die Zufriedenheit in dieser Region ist einem anderen Schulmodell geschuldet. Der Schwerpunkt Screen entspricht in der vorliegenden Form nicht dem Berufsalltag eines Polygrafen. Diese sollen, so die Rückmeldungen Daten unbesehen vom Ausgabekanal aufbereiten können. Das bedeutet, alle Polygrafen müssten über Kenntnisse in einer Programmiersprache verfügen. Geht es nach der Branche, wäre das HTML5. Neue Themen aus der IT-Welt müssen adäquat berücksichtigt werden. Für die zweite Landessprache braucht es komplett neue Lösungen. Nur eine kleine Minderheit der Befragten ist auf hohe grammatikalische Kompetenzen angewiesen. In einzelnen Kantonen führt die heutige Bildungsverordnung bezogen auf die zweite Landessprache zu einer Rechtsungleichheit. Wenig überraschend soll das Fachenglisch wieder eingeführt werden. Typografie, Bild und Gestaltung bleiben wichtig. Der Polygraf bleibt ein Beruf der sich mit allen Belangen der Dokumentenerstellung auskennt. Wenig überraschend stösst auch die Berufsbezeichnung auf Kritik. Unabhängig von einander haben drei Umfrageteilnehmer den Namen «Media Publisher EFZ» vorgeschlagen. Die neue Namensgebund hält als Arbeitstitel daher auch Einzug in die aktuellen Dokumente. Zudem taucht in der Branche eine Forderung auf, wonach Polygrafen zukünftig auch bewegte Bilder bearbeiten sollen.

Aus all den eingegangenen Rückmeldungen haben die Träger des aktuellen Berufsbildes eine Arbeitsthese zur Weiterentwicklung aufgestellt. Im Rahmen verschiedener, für alle offenstehenden Workshops wurde die Arbeitsthese diskutiert und Vorschläge dazu aufgenommen. 

Wir informieren Sie an dieser Stelle immer wieder über den Projektverlauf und stellen wo möglich Dokumente zur Information zur Verfügung.