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viscom-Mitglieder stimmen für neuen GAV

30.11.2015 - Die Mitglieder des viscom sprachen sich an der Urabstimmung vom 30. November 2015 mit einem Stimmanteil von 81,3% für den neuen GAV in der grafischen Industrie aus. Der neue GAV tritt am 1.Januar 2016 in Kraft, sofern auch die Mitglieder der Gewerkschaften dem Verhandlungskompromiss zustimmen werden.
 
Ausgangslage
Erstmals in der Geschichte des viscom wurde auf Arbeitgeberseite ein reines Abbau- und Blockierungsprogramm in die GAV-Verhandlungen eingebracht. Die Zuschläge sollten reduziert, die Arbeitszeiten erhöht, die Mahlzeitenentschädigung, die doppelte Pausenregelung und die Vermögensbildung abgeschafft werden. Auf das erarbeitete Frühpensionierungsmodell sollte erst gar nicht eingetreten werden. Die AVE wurde nicht a priori ausgeschlossen, aber an transparente und einfache Kontrollmechanismen sowie an eine inhaltliche Entschlackung des GAV gebunden.
 
Keine neue Kosten
Der neue GAV verursacht bei den Arbeitgebern keine zusätzlichen Kosten. Damit erreichte der viscom ein wichtiges Verhandlungsziel. Die Minimallöhne bleiben im neuen GAV unverändert und auf die Einführung eines Frühpensionierungsmodells haben die Verhandlungspartner schlussendlich verzichtet. Der Handlungsspielraum für die Unternehmen wird generell ausgebaut. Der neue GAV wurde inhaltlich entschlackt und vereinfacht. Übergangslösungen wurden für eine ganze Reihe von veralteten Bestimmungen wie die Mahlzeitenentschädigung, die Extrapause und die Vermögensbildung gefunden.

42-Stunden-Woche vereinfacht
Die Einführung der 42-Stunden-Woche wird mit dem neuen GAV stark vereinfacht. Neu haben auch die Zeitungen die Möglichkeit, die 42-Stunden-Woche einzuführen. viscom-Unternehmen, die bereits 42 Stunden arbeiten, können die 42-Stunden-Woche nahtlos weiterführen. Neu wurden die Zuschläge für Nachtarbeit auf 50% im Akzidenzdruck festgelegt. Die Besitzstandswahrung von 20% entfällt für den Akzidenzdruck. Bei den Zeitungen wird die heute geltende Regelung (70% plus 20% Besitzstand) im neuen GAV fortgeschrieben.

Allgemeinverbindlichkeitserklärung
Der viscom hat die AVE an eine inhaltliche Entschlackung des GAV gebunden. Materiell wurde der GAV vereinfacht. Inhaltliche Redundanzen und ungenaue Formulierungen wurden beseitigt. In zähen Verhandlungen wurden ausserhalb der GAV-Verhandlungen die Kontrollmechanismen definiert und die Umsetzung der Kontrolle auf Betriebsebene festgelegt. Der Geltungsbereich der AVE wurde auf die Druckindustrie beschränkt. Verpackungsdruck und Siebdruck sowie Betriebe mit weniger als drei Mitarbeitenden fallen nicht unter die AVE. Die vom Gesetz geforderten Quoren von 50% müssen von ­viscom eingehalten werden. Das SECO wird im kommenden Jahr die AVE des GAV überprüfen und der Bundesrat dann die AVE deklarieren.
 
Für weitere Informationen:
Dr. Thomas Gsponer, Direktor viscom
thomas.gsponer@viscom.ch
Telefon 079 653 80 63
 

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