Bundesbetriebe verpflichten sich zu Printed in Switzerland

Die Meetings zwischen den Verantwortlichen des Bereichs Beschaffung bei den drei Bundesbetrieben (SBB, Post und Swisscom) und dem Präsidenten der parlamentarischen Gruppe Print, NR Felix Müri, sowie Verbandsdirektor Thomas Gsponer haben gezeigt, dass die drei Bundesbetriebe die Wertschöpfung in der Schweiz halten wollen und deshalb grundsätzlich Drucksachen in der Schweiz beschaffen. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Man ist sich der gesamtwirtschaftlichen Verantwortung in den drei Bundesbetrieben bewusst. In der grafischen Industrie stehen 2'000 Lernende in der Ausbildung und niemand möchte den wichtigen volkswirtschaftlichen Beitrag der Branche gefährden.

Die Meetings mit den Bundesbetrieben wurden vor dem Hintergrund der von beiden Räten angenommen Motion Müri zur Beschaffung von Druckerzeugnissen in der Schweiz abgehalten und lieferten die angeforderte Transparenz in der Beschaffungspolitik der Bundesbetriebe.

Die Gespräche haben aber auch aufgezeigt, dass die drei Bundesunternehmen Drucksachen im Ausland beschaffen. Bei der SBB handelt es sich primär um den Druck des Kundenmagazins Via, bei der Swisscom um die Beschaffung von Telefonbüchern und bei der Post um Briefmarken. In allen Bereichen soll im Nachgang an die Gespräche eine Inlandbeschaffung genauer abgeklärt werden. Bei den Briefmarken und den Telefonbüchern handelt es sich um spezifische Beschaffungsgeschäfte, die im europäischen Umfeld und unter spezifischen Produktionserfordernissen zu betrachten sind.

Mit der Post wird in den kommenden Wochen erneut über die Frage Ausweitung der  Wertschöpfungskette durch das Logistikunternehmen diskutiert werden. Die Post tritt immer häufigen mit integralen Kommunikationslösungen auf dem Schweizer Markt auf und tritt damit direkt in Konkurrenz zur grafischen Industrie (siehe Beispiel). Ebenfalls soll die Beschaffungspolitik für Printprodukte im Zusammenhang mit der Ausweitung des Post-Geschäftsmodells erörtert werden. Die Post darf nicht als Preisdrücker in einem ohnehin schon scharfen Preiswettbewerb auftreten.

Zusammen mit Bundesrat Maurer wollen die Herren Müri und Gsponer in den kommenden Monaten auch die Umsetzung der Motion Müri auf der Ebene der Bundesverwaltung ausdiskutieren. Man will sich u.a. auch gegen weitere Sparprogramme in der Drucksachenbeschaffung und eine Bündelung der Einkaufspolitik zu Wehr setzen. Bestehende Gesetze und internationale Abkommen müssen respektiert werden, aber die Beschaffungspolitik des Bundes muss nach volkswirtschaftlichen und nicht nach rein finanzwirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet bleiben.